Dread Disease Versicherung


Erläuterungen über die Dread Disease Versicherung, die schwere Krankheiten Vorsorge als Ergänzung zu BU Versicherungen.

Auf dem Versicherungsmarkt gibt es eine Vielzahl an Absicherungsmöglichkeiten für nahezu jeden denkbaren Fall. Die Dread-Disease-Versicherung (deutsch: „schwere Krankheiten Versicherung“), welche ursprünglich in Südafrika durch den Mediziner Marius Barnard entwickelt wurde und fortan vor allen Dingen in Angloamerika Anklang fand, eroberte in den vergangenen Jahren auch den deutschen Markt.

Die Dread-Disease-Versicherung schützt vordergründig vor den finanziellen Folgen einer schwerwiegenden Erkrankung. Dabei ist relevant, welche Krankheiten, akuten Erkrankungen bzw. erforderlichen medizinischen Behandlungen im jeweiligen Versicherungsvertrag explizit aufgelistet und definiert sind. Krebs, Multiple Sklerose, Bypass-Operationen, Taubheit, Schlaganfall, Querschnittslähmung und Herzinfarkt sind beispielsweise als Leistungsfälle versicherbar. Wobei anzumerken ist, dass der Umfang des Versicherungsschutzes von Tarif und Gesellschaft abhängig ist, einige Policen schließen mehr als 30 Krankheitsbilder ein, anderer hingegen unter 10.

 

Wird bei dem Versicherten eine im Versicherungsvertrag aufgeführte, schwere Erkrankung diagnostiziert, leistet die Versicherungsgesellschaft die vereinbarte Versicherungssumme als Einmalzahlung. Der Betroffene kann die finanzielle Leistung frei verwenden, unter anderem für einen behindertengerechten Umbau des Hauses, für erforderliches Pflegepersonal und Heilbehandlungen (dies ist vor allem von Bedeutung, wenn von keinem anderen Träger bzw. Versicherung, die Kosten hierfür übernommen werden) oder auch um einfach den beruflichen Ausfall und den damit zusammenhängenden Verdienstausfall auszugleichen.
Weil die Diagnose die Versicherungsleistung auslöst und nicht etwa wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung die etwaige Berufsunfähigkeit, ergeben sich in aller Regel gleich mehrere Vorteile: Zum einen ist es für die Leistung aus der Dread-Disease-Versicherung unerheblich, inwieweit der Versicherte weiterhin seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen kann, weil nur die Diagnose einer im Versicherungsvertrag abgesicherten Krankheit bei dieser Personenversicherung relevant ist. Zum Zweiten ist anzunehmen, dass - weil es sich um eine reine Diagnose handelt und nicht um mehrere Tests zur Feststellung einer Berufsunfähigkeit und deren Grad - die Leistungsfallprüfung hier vergleichsweise weniger komplex und langwierig ist.

Sofern der Todesfall des Versicherten Bestandteil der Dread-Disease-Police ist, leistet die Gesellschaft im entsprechenden Versicherungsfall eine Kapitalzahlung an die Hinterbliebenen (integrierte Hinterbliebenenversorgung). Einige Versicherer zahlen die Todesfallleistung auch bereits dann, wenn die Lebenserwartung der versicherten Person beispielsweise auf Grund einer schweren Erkrankung nur noch ein Jahr beträgt, die Leistung wird in diesem Fall vorgezogen.
Bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit bzw. Pflegebedürftigkeit der versicherten Person zahlt die Versicherung üblicherweise eine Einmalsumme, bei vorliegender Berufsunfähigkeit hingegen eine Berufsunfähigkeitsrente.
Gewöhnlich handelt es sich bei der Dread-Disease-Versicherung um eine reine Risikoversicherung, jedoch finden sich auf dem Markt Policen, die zum Beispiel in aussichtsreiche Investmentfonds investieren und eine Überschussreglung vorsehen. So besteht für die Versicherten gegebenenfalls die Option, die etwaig erzielten Überschüsse zur Beitragsverrechnung (Prämienminderung) einzusetzen oder diese in Fonds anzulegen. Interessant ist es auch, wenn die Versicherungsgesellschaft nach Ablauf der Versicherungsdauer, einen Teil der gezahlten Prämien sowie etwaig erzielte Überschüsse (zurück)zahlt.
Im Bereich der Dread-Disease-Versicherungen gibt es breite Ausgestaltungsmöglichkeiten, nicht nur im Hinblick auf Risikoabdeckung und Überschussreglung. Je nach Vertragswerk können beispielshalber auch minderjährige Kinder kostenlos mit einer begrenzten Versicherungssumme mitversichert werden oder der Vertrag kann Versicherungsschutz für zwei Personen enthalten.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass derartige Tarifoptionen und Merkmale wie Versicherungsdauer, Versicherungsleistung, Dynamik, Nachversicherungsgarantie usw. die Versicherungsprämie ebenso beeinflussen wie die persönlichen Risiken des Versicherten - also Geschlecht, Alter und Vorerkrankungen, wobei Letzteres Zuschläge, Versicherungsausschlüsse oder sogar die komplette Ablehnung des Versicherungsantrages zur Folge haben können.


Eine besondere Variante der Dread-Disease-Versicherung, welche auch bekannt ist als „Keyperson-Versicherung“, richtet sich an Unternehmen. Als versicherte Personen kommen hierbei Führungskräfte oder speziell ausgebildete Arbeitskräfte in Betracht, deren Ausfall infolge einer schweren Erkrankung oder Tod mit Hilfe einer solchen Police finanziell abgedeckt werden kann.
Dread-Disease-Policen eignen sich als Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. sind vor allem für Personen interessant, die zum Beispiel wegen ihres Berufs keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können oder auf Grund einer immens hohen Prämie keine abschließen wollen.
Inwieweit eine Dread-Disease-Police eine Berufsunfähigkeitsversicherung vollumfänglich ersetzen kann, ist im Einzelfall zu prüfen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass unter anderen psychische Erkrankungen relativ häufig Ursache einer Berufsunfähigkeit sind und jene in einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden, in aller Regel sind diese aber nicht Inhalt einer Dread-Disease-Versicherung.